Mit dem Rad von Winterberg nach Arnsberg
Dieses Jahr feiert der RuhrtalRadweg von der Quelle der Ruhr in Winterberg bis zur Mündung in den Rhein in Duisburg sein 10-jähriges Bestehen. Und obwohl direkt vor der Haustür gelegen, haben wir es in den letzten Jahren geschafft.. immer nur kleine Teilstücke in Bochum und Umgebung zu befahren. Zum Frühlingsanfang wollten wir ihn jedoch einmal vom Start an erkunden und trotz mäßiger Wetterprognose den Frühling locken und unsere Wintermüdigkeit vertreiben.

Also ab ins Auto und ins eine Stunde entfernte Arnsberg. Hier nehmen wir die Bahn (RE 57) nach Winterberg. Der Zug ackert sich nach und nach von 200m auf 668m über NN. Wir passieren wunderschöne Mischwälder und während wir in Arnsberg bei etwa 5°C losgefahren sind, sehen wir nun immer mehr schneebedeckte Flächen. Als wir nach einer Stunde Zugfahrt aussteigen, ist die Temperatur deutlich unter den Nullpunkt abgesunken. Aber wir sind gut ausgestattet und haben natürlich Winterjacke, Handschuhe, Schal und Mütze dabei.

Schneevergnügen Ende März

Am Bahnhof in Winterberg empfängt uns direkt eine große Infotafel, auf der die einzelnen Stationen des 230km langen RuhrtalRadweges graphisch dargestellt sind. Wir folgen den Schildern und machen uns auf die ca. 70km lange Teiletappe zurück nach Arnsberg. Kaum haben wir das Zentrum von Winterberg verlassen, führen uns schöne Feldwege zur mitten im Wald gelegenen Ruhrquelle. Hier wird natürlich das erste Touri-Foto gemacht. Kaum zu glauben, dass aus diesem kleinen Rinnsal, was hier aus dem Berg tröpfelt einmal die beschiffbare Ruhr werden soll, wie wir sie kennen.

Von hier geht es weiter über Feld- und Waldwege nach Olsberg. Und plötzlich können wir unseren Augen kaum trauen. Wir passieren die Ruhrtalhütte und hier ist der Wintertourismus Ende März noch in vollem Gange. Die Skilifte laufen und Einheimische wie auch zahlreiche Touristen frönen dem Pistenspaß. Mit unseren Rädern kommen wir uns gerade etwas deplatziert vor. Vorsichtig fahren wir weiter über die hier teilweise noch schnee- und eisbedeckten Wege.

Berg- und Talfahrt

Langsam aber sicher verschwinden nun die Schneefelder und wir können den gut befestigten RuhrtalRadweg in seiner vollen Pracht genießen und das Fahrtempo wieder steigern. Aber wer glaubt, dass es ab Winterberg ja eigentlich nur noch bergab gehen kann, irrt sich gewaltig. Die Streckenführung bietet ein ständiges Auf und Ab, welches jedoch für Hobbyradler wie uns sehr gut zu bewältigen ist. Vorbei an etlichen Tannenschonungen und durch den typischen Mischwald des Sauerlandes genießen wir die Natur und die Ruhe, die man hier verspürt. Olsberg ist bekannt für seine Kneipp-Wanderwege und als Highlight fahren wir an der Sauerlandtherme vorbei, wo es uns bei Temperaturen um den Nullpunkt große Überwindung kostet, unsere Etappe nicht hier frühzeitig zu beenden.

Weiter geht’s Richtung Bestwig. Die Ruhr hat hier schon deutlich an Größe und Fließgeschwindigkeit zugenommen und säumt in ihren Auen unseren Weg. Rastmöglichkeiten bieten sich zahlreiche im Streckenverlauf, so dass wir zwischendurch bei einem Kaltgetränk und einem Bärlauchsüppchen neue Kräfte tanken können.

Woanders ist auch scheiße!

Das nächste Teilstück des Radwegs führt uns über befestigte Wege entlang der Bundesstraße nach Meschede, getreu nach dem Motto von Frank Goosen: „Woanders is´ auch scheiße“. Spaß beiseite: Die Wege und die Untergrundbeschaffenheit sind hier top, aber dafür muss man Abstriche bei der Umgebung des Radweges machen. Hier kann man das Tempo getrost etwas steigern und mal ein paar Meter machen.

Nach der Kreisstadt Meschede führt uns unser Weg vorbei an Dörfern wie Enste, Wennemen, Bockum, Freienohl und Oeventrop weiterhin über befestigte Abschnitte, jedoch zwischen Wiesen und Feldern unserem Etappenziel Arnsberg entgegen.

Willkommen in Arnsberg – Das Tor zum Sauerland

Die Ruhr macht jetzt noch eine weitere Schleife und nach dem Ortschild „Arnsberg“ bezwingen wir schiebend den letzten steilen Anstieg über Kopfsteinpflaster, bevor wir in der historischen Altstadt der Regierungsstadt Arnsberg ankommen. Erschöpft aber glücklich genießen wir die Aussicht auf dem Schlossberg und schlendern durch wunderschöne schmale Gassen mit Fachwerkhäusern, bis wir in einer der alteingesessenen Gaststätten rund um den Glockenturm einkehren und auf den gelungenen Frühlingsanfang anstoßen.

Das solltest du dabei haben!

Ein geländegängiges Fahrrad (möglichst mit Gangschaltung)
Wetterfeste Kleidung
Getränke und Snacks für die Rast

Anreise und weitere Tipps

Entweder mit dem Auto nach Arnsberg und von dort mit der Bahn nach Winterberg (18 Euro pro Person mit Fahrrad), alternativ kann man auch direkt aus dem Ruhrpott über Dortmund mit der Bahn nach Winterberg fahren.
Von Neheim fährt ein Fernbus nach Winterberg (5 Euro pro Person inkl. Fahrrad)

Weitere Infos findet ihr unter:

www.ruhrtalradweg.de
http://www.ruhr-tourismus.de/radrevierruhr/ruhrtalradweg.html

Schau dir hier das Tour-Video an!

1 Comment

  1. Andreas7317

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